Pult und Sessel aus dem Hessischen Landtag

Aus dem Nachlass des im Januar 2021 verstorbenen Dr. Norbert Herr sind ein Pulttisch sowie zwei Sessel aus dem von 1962-2004 bestehenden Plenarsaal des Hessischen Landtags in Wiesbaden erhalten.

© Vonderau Museum Fulda, Foto: Daniel Bley

Nachdem das Wiesbadener Stadtschloss 1946 dessen Sitz geworden war, diente zunächst der Musiksaal als Plenarsaal des Parlaments, wurde jedoch bald zu klein. Anstelle der herzoglichen Reithalle wurde in den Jahren 1960-62 ein neues Plenargebäude errichtet. Dem damaligen Zeitgeist entsprechend stand die Funktionalität und weniger die Ästhetik des Gebäudes im Vordergrund. Diesem Anspruch war auch das eher schlichte Mobiliar verpflichtet.

Nachdem er zuvor Jahrzehnte Mitglied des Fuldaer Kreistages und kurzzeitig auch Mitglied des Bundestages gewesen war, verbrachte an einem solchen Tisch der Fuldaer Unionspolitiker Dr. Norbert Herr seit dem 5.4.1995 viele Jahre seiner Zeit als Mitglied des Hessischen Landtags. Diesem gehörte er bis 2013, davon neun Jahre als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion, an und gestaltete so über mehrere Amtsperioden hinweg – stets als Stimme und Sprachrohr Fuldas – maßgeblich die Politik des Landes Hessen und somit der gesamtdeutschen Demokratie mit.

Herr, geb. 1944, absolvierte sein Abitur am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Fulda, studierte anschließend Geschichte, Politik und Geografie in Frankfurt am Main, promovierte und war später als Oberstudienrat tätig. Seine politische Karriere begann im Jahr 1971 mit dem Eintritt in die Junge Union.

Am 16.12.2004 saß Herr letztmalig an seinem Platz im Saal des alten Plenargebäudes. Als technisch veraltet und nicht mehr zeitgemäß wurde es Ende 2004/Anfang 2005 abgerissen und das jetzige Plenargebäude mit dem neuen, 2008 eingeweihten Plenarsaal erbaut.

Mehr über die Entwicklung der politisch-demokratischen Grundordnung Hessens und Fuldas erfahren Sie in der aktuellen Sonderausstellung des Vonderau Museums „Als die Demokratie zurückkam – 75 Jahre Verfassung in Hessen und Fulda“. Die kostenfreie Ausstellung läuft noch bis zum 9. Januar 2021.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.